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Der Netflix-Sci-Fi-Kracher "Auslöschung" wird wegen Whitewashing kritisiert
Von Robert Laubenthal — 13.02.2018 um 13:30
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Alex Garlands kommendes Sci-Fi-Werk „Auslöschung“ wird heiß erwartet. Doch nach der Kontroverse um den (hierzulande) ausbleibenden Kinovertrieb wird nun auch das Casting von Natalie Portman und Jennifer Jason Leigh kritisiert.

Netflix

Der Sci-Fi-Film „Auslöschung“ von „Ex Machina“-Regisseur Alex Garland startet am 23. Februar 2018 in den USA im Kino, wird aber in Deutschland (und vielen anderen Ländern) lediglich auf der verhältnismäßig kleineren Netflix-„Leinwand“ zu sehen sein (ein genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest). In den USA sprachen sich jetzt sowohl ein Verband amerikanischer Ureinwohner wie auch ein Verband asiatischer Amerikaner gegen die Besetzung von Natalie Portman und Jennifer Jason Leigh für Rollen aus, die in der Romanvorlage von Jeff VanderMeer eindeutig nicht weiß angelegt sind (via The Hollywood Reporter).

In „Auslöschung“ geht es um eine Area X genannte mysteriöse Zone, in der die Naturgesetze nicht mehr gelten. Ein Team von vier Wissenschaftlerinnen bestehend aus Biologin Lena (Natalie Portman), Psychologin Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh), Landvermesserin Josie Radek (Tessa Thompson) und Anthropologin Anya Thorensen (Gina Rodriguez) wird entsandt, um mehr über das geheimnisvolle Gebiet herauszufinden, wobei elf vorherige Forschungsteams entweder nicht zurückkamen oder die Mitglieder nach ihrer Rückkehr an Krebs verstarben.

"Absolut phänomenal": Erste Reaktionen zum Netflix-Kracher "Auslöschung"

„Auslöschung“ basiert auf dem gleichnamigen, 2014 erschienenen Roman von Jeff VanderMeer. Dieses Buch ist der erste Teil der sogenannten Southern-Reach-Trilogie und im zweiten Teil der Reihe, „Authority“, wird die von Jennifer Jason Leigh gespielte Dr. Ventress so beschrieben, dass sie erkennbar zur Hälfte indianischer Abstammung sei. Der von Natalie Portman gespielten Biologin Lena hingegen würde man ansehen, dass ihre Ahnen auch aus dem asiatischen Kulturraum stammen.

Alieesa Badreshia vom Medien-Netzwerk für asiatische Amerikaner kritisierte nun die Casting-Entscheidung für Portman mit den Worten: „In Hollywood werden kaum einmal prominente Rollen für asiatische Amerikaner oder amerikanische Ureinwohner geschrieben. Und diese Rollen [wie in „Auslöschung“] hätten die Karrieren von einigen Darstellerinnen mit diesem kulturellen Hintergrund vorantreiben können.“ Sonny Skyhawk, der Gründer der Organisation „American Indians In Film And Television” äußerte sich ähnlich.

"Auslöschung" ist nur der Anfang: Netflix "klaut" die guten Filme aus den Kinos

„Auslöschung“-Regisseur Alex Garland und Buchautor Jeff VanderMeer bezogen bereits Stellung zu der Kontroverse. So erklärte Filmemacher Garland im Dezember 2017 in einem Interview mit The Nerdist, dass er den zweiten und dritten Teil von VanderMeers Trilogie noch gar nicht gelesen habe: „Ich wusste das nicht“, erklärte Garland bezüglich der im zweiten Roman der Trilogie vorkommenden Beschreibung des Äußeren der beiden Figuren. Desweiteren sagte Garland, dass es nicht seiner Art entspräche, irgendetwas „weiß zu waschen“. Autor Jeff VanderMeer hingegen twitterte am 8. Februar 2018, dass er sich von Filmemacher Garland gar keine werkgetreue Adaption seines Romans „Auslöschung“ gewünscht habe, sondern „nur eine gute Adaption“.

Das hier debattierte sogenannte Whitewashing hat in Hollywood-Filmen eine lange und unrühmliche Tradition. Allein in den letzten Jahren wurde beispielsweise Scarlett Johanssons Besetzung für die Rolle der Major in der Realfilm-Adaption des japanischen Animes „Ghost In The Shell“ wegen Whitewashing kritisiert oder etwa auch die Besetzung von Tilda Swinton für die Rolle der Ancient One im Marvel-Hit „Doctor Strange“ mit Benedict Cumberbatch. Die Figur der Ancient One ist in den Vorlage-Comics eindeutig asiatisch.

 

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